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Der Tod muss wieder einen Platz im Leben haben (H. Luttenberger) |
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VHS organisierte Austausch zur Bestattungskultur - nächstes Treffen im August.
NEUWIED. Es war kein einfaches Thema, dass rund 20 Menschen in der VHS zusammengeführt hatte: „Bestattungskultur in unserer Stadt" war der Titel der Veranstaltung. „Sterben und Tod gehören zum Leben, doch nur selten geben wir dieser Realität Raum zur Auseinandersetzung", erklärte Hildegard Luttenberger, die Initiatorin des Treffens. „Dabei gibt es rund um diesen letzten Abschnitt des Daseins eine uralte Kultur des Abschiednehmens, die auch für die Hinterbliebenen von großer Bedeutung ist." Das Bedürfnis danach, sich von einem geliebten Menschen auf ganz persönliche und würdige Weise zu verabschieden, ist nach wie vor groß, weiß die Trauerrednerin. Verbesserte Voraussetzungen zu schaffen das verbindende Anliegen der Teilnehmenden.
Die Menschen die der Einladung gefolgt waren, taten das mit den unterschiedlichsten Motiven: Von einem historischen Interesse an Friedhöfen bis zu ganz persönlichen Erfahrungen mit den schmerzhaften Hindernissen, die eine Friedhofsordnung auslösen kann, reichte die Palette. Das Bedürfnis nach Austausch hatten Bestatter, Steinmetze und Gärtner. Ein Vertreter des Ausländerbeirates machte sich Gedanken darüber, wie die Friedhöfe der Stadt den unterschiedlichen Kulturen und ihren Riten gerecht werden können. „Schließlich werden unsere Kinder und Enkel einst wohl hier beerdigt werden." Themen waren aber auch alternative Beerdigungsformen wie Baum- oder Rasenbestattungen oder die juristischen Vorgaben beim Aufbahren eines Toten zu Hause. Eines wünschten sich aber die meisten der Teilnehmer: Mehr individuellen Einfluss auf die eigene oder die Bestattung naher Angehöriger. „Man sollte so gehen können, wie man gelebt hat", brachte eine Besucherin es auf den Punkt.
Dass die Chancen dafür in der Deichstadt gut stehen, belegte die Anwesenheit gleich dreier SWN-Vertreter, die für die Friedhöfe in Neuwied verantwortlich zeichnen - unter ihnen auch Direktor Dirk Hillesheim. Man lege viel Wert darauf, gerade bei diesem wichtigen und sensiblen Thema auf die Bedürfnisse der Bürger einzugehen, versicherte er. „Das zeigt sich auch daran, dass es neuerdings in Torney die Möglichkeit von Baumbestattungen gibt, an denen zurzeit ein reges Interesse besteht." Auch liebevoller gestaltete Abschiedsräume auf den Friedhöfen hält er durchaus für realisierbar. Um tatsächlich auf die Wünsche der Menschen eingehen zu können, müsse man diese allerdings kennen, betonte Hillesheim. Einen regelmäßigen Austausch hält er deshalb für sinnvoll.
Die Veranstaltung wollen die Initiatoren ohnehin als Auftakt verstanden wissen. Schließlich gehe es auch darum ein Tabu zu brechen, dass ansonsten sogar dazu führen könne, dass ein wichtiges Stück Kultur verloren gehe, betonte Hildegard Luttenberger.
Ein nächstes Treffen findet am 23. August, um 16.30, Uhr in der VHS statt. Interessierte sind eingeladen sich weiter kennen zu lernen - auch durch die Auseinandersetzung mit der Frage „Warum ein Grab? - Warum ein Grab auf dem Friedhof?". Infos bei Hildegard Luttenberger, 02622 / 83 74 60 oder
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